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Szenarien und Tools

E-Learning ist mittlerweile ein integraler Baustein hochschulischer Lehre. Insbesondere die zeitliche und räumliche Entzerrung des Lehrens und Lernens bringt eine Reihe von Vorteilen und Chancen sowohl für Studierende als auch Lehrende mit sich. Beispielsweise können Studierende, die in der Krankenversorgung tätig sind, E-Learning-Angebote wie z.B. Screencasts nutzen, um flexibler zu lernen. 

Für eine gute Umsetzung digitaler Lehre sind dabei einige generelle Aspekte wichtig:

Inwiefern verbessert der Einsatz des digitalen Werkzeugs die Qualität meiner Lehre? Welchen Mehrwert erhoffe ich mir vom Einsatz des digitalen Werkzeugs? 

Welche Lehr-/Lernziele liegen meinem Lehr-/Lernszenarien zugrunde? Habe ich Kommunikations- und Kollaborationsmöglichkeiten berücksichtigt? Inwiefern regt meine Lehre zu Reflexion an? Gelingt mir die Aktivierung der Studierenden und die Motivierung Neues zu lernen?

Berücksichtige ich bei der Umsetzung meines Lehr-/Lernszenarios die Interessen, Bedarfe und Kompetenzen der Studierenden in ausreichendem Maße? Werden die Studierenden gut auf ihre spätere Berufspraxis vorbereitet? 

Stellt mir meine Organisation eine Lizenz bzw. die nötige Infrastruktur für den Einsatz von bestimmten digitalen Werkzeugen zur Verfügung? 

Was sind die Spezifika meines Faches und gibt es digitale Werkzeuge, die besonders gut für die Vermittlung meines Faches geeignet sind? 

Kann ich die entwickelten digitalen Produkte für mehr als nur eine Lehrveranstaltung nutzen? Wer profitiert noch von den Inhalten oder Werkzeugen? 

Digitale Werkzeuge für Vorlesungen

Vorlesungen dienen der Vermittlung von Grundlagenwissen und sind fester Bestandteil in der Hochschullehre. Unterstützend werden Präsentationen oder Tafelbilder verwendet, um die zu vermittelnden Inhalte zu visualisieren. Ergänzend können Abstimmungssysteme zur Aktivierung der Studierenden eingesetzt werden. 

  Hybrid rein virtuell
synchron

Live-Übertragungen aus dem Hörsaal 

Interaktive Whiteboards oder Tablets 

Abstimmsysteme wie Edivote 

MS-Teams: max. 300 Teilnehmer*innen 

Alternativ Webex: bis zu 1000 Teilnehmer*innen 

Digitale Whiteboards (MS-Teams)  

asynchron

Screencasts (Mediathek der HHU)

(Self-)Assessments realisiert mit ILIAS (Lernmodule/Tests) oder MS-Forms

Umfragen (ILIAS)

Screencasts (Mediathek der HHU)

(Self-)Assessments realisiert mit ILIAS (Lernmodule/Tests) oder MS-Forms

Als Ergänzung: nachgelagerte digitale Sprechstunden

 

Digitale Werkzeuge für Seminare

In Seminaren sollen die in einer Vorlesung gehörten Lehr-/Lerninhalte reflektiert und angewendet werden. Im Mittelpunkt dieses Lehr-/Lernszenarios stehen allerdings Kommunikations- und Kollaborationsprozesse. Darüber hinaus kann den Studierenden Raum für eigene Projektarbeit gegeben werden, um z.B. wissenschaftliches Arbeiten anzuwenden und zu verinnerlichen. 

  Hybrid rein virtuell
synchron

Interaktive Whiteboards oder Tablets

MS-Teams: max. 300 Teilnehmer*innen

Digitale Whiteboards (MS-Teams)

Kollaboratives Arbeiten über geteilte Dokumente in MS-Teams

Asynchrone Elemente
im Sinne eines Inverted Classrooms

Screencasts (Mediathek der HHU)

(Self-)Assessments realisiert mit ILIAS (Lernmodule/Tests) oder MS-Forms

Umfragen (ILIAS)

Wir empfehlen für die Bereitstellung von Lehr-/Lernmaterialien grundsätzlich immer die Lernplattform ILIAS. 

Zur bewussten Nutzung zeitlicher und technischer Ressourcen eignet sich im Besonderen das Konzept des Inverted bzw. Flipped Classroom, bei dem die gewohnten Rollen bezüglich der Wissensvermittlung „umgedreht“ werden. Die Wissensvermittlung erfolgt nicht mehr durch den Lehrenden, sondern die Lernenden eignen sich Wissen selbstverantwortlich in selbstgesteuerten Prozessen an. Zum Einsatz kommen hier unterschiedliche Formate wie Lehrbücher, interaktive multimediale Lernmodule, (Self-)Assessments, E-Books, Datenbanken usw. Entscheidend ist, dass in einer nachgelagerten vertiefenden Phase ein gemeinsamer interaktiver Austausch stattfinden kann, um Fragestellungen und Implikationen des zuvor gelernten im direkten Austausch zu erarbeiten. Dies hat zur Folge, dass Lernaktivitäten gezielter gestaltet werden können. Dabei sollte, mehr als in einem klassischen Seminar, Lernen in größerem Maße im Selbststudium stattfinden, um insbesondere technische Ressourcen sparsamer zu nutzen. Ferner sollte zur besseren Unterstützung der Studierenden der Lernprozess darüber hinaus durch gezielte und regelmäßige Aufgabenstellungen begleitet werden. Ein Austausch über die gelernten Inhalte kann dann sowohl synchron als auch asynchron in einem digitalen Lernraum stattfinden. 

Digitale Werkzeuge für Lernmodule

Der Einsatz von Lernmodulen eignet sich besonders gut für das Eigenstudium von Lerninhalten. Insbesondere die Möglichkeit der interaktiven, multimedialen und adaptiven Gestaltung ermöglicht individuelle Lernen, dass durch den Einsatz von (Self-)Assessments abgerundet werden kann. Fallbasiertes Lernen kann sehr gut durch das sogenannte Branching in Lernmodulen realisiert werden. Dabei werden unterschiedliche Entscheidungswege konzipiert, die in Abhängigkeit vom Antwortverhalten bearbeitet werden können. 

Anwendung Vorteile Nachteile
Articulate Storyline/Rise 

komfortables Arbeiten

umfangreiche lizenzfreie Bild-/Icon-Datenbank

Designvorlagen

Grundsätzlich OER-fähig über die Export-Formate HTML und SCORM

kostenpflichtiges Abo

geringe Nachhaltigkeit, da Inhalte ohne Anwendung veralten

keine Abbildung von Formeln oder chemischen Elementen

ILIAS Lernmodule 

Kostenlos

Abbildung von Formeln und chemischen Elementen mit der in ILIAS integrierten LaTex-Funktion

Umfangreiche Möglichkeiten der Gestaltung und Nachbearbeitung (HTML, CSS und JavaScript)

Grundsätzlich OER-fähig über die Export-Formate HTML und SCORM

Erstellung von Vorlagen ist etwas aufwendiger

Animationen müssen mit anderen Anwendungen erstellt werden wie z.B. MS-PowerPoint. Präsentationen können dann als HTML-Datei exportiert und in ILIAS importiert werden

Kein Rückgriff auf eine Bilddatenbank

Die Inhalte eines webbasierten Lernmoduls sind oft sehr umfangreich und enthalten mehrere Themengebiete. Damit die Studierenden sich darin gut zurechtfinden, bedarf es einer gut durchdachten Strukturierung der Inhalte sowie eines Navigationskonzepts. 

Basierend auf der Zielgruppenbeschreibung sollten Lernziele formuliert und ein didaktisches Konzept erarbeitet werden. Auch bei der Gestaltung der einzelnen (Web-)Seiten bzw. beim Layout sollten Aspekte wie eine gute Lesbarkeit am Bildschirm, ein ausgewogener Textumfang pro Bildschirmseite, sinnvoller Einsatz von Visualisierungen usw. berücksichtigt werden. 

Die Texte selbst müssen anders gestaltet bzw. formuliert werden als z.B. bei einem Buch oder gedruckten Skript. Wir erläutern Ihnen gerne anhand Ihres Beispiels worauf Sie achten müssen und wie Sie durch ein entsprechendes "Drehbuch" (z.B. in Form einer Tabelle) Ihre Inhalte für die Online-Darstellung aufbereiten können. 

Digitale Werkzeuge für Prüfungen

Die Durchführung von elektronisch gestützten Prüfungen oder Antestaten hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt. Dabei sind Self-Assessments von justiziablen elektronisch gestützten Prüfungen zu unterscheiden. Letztere erfordern höhere Anforderungen an die technische, organisatorische und infrastrukturelle Umsetzung als Self-Assessments. 

  Hybrid Rein virtuell
synchron tOSCE Mündliche Prüfungen mit MS-Teams
asynchron Self-Assessments mit ILIAS Tests oder Lernmodulen, spezielle ILIAS-Testumgebungen für echte Prüfungen wird nicht angeboten 

Der OSCE ist ein in den 1970er Jahren in den USA vorgestelltes Prüfungsformat, welches praktische Fertigkeiten messbar prüfen soll und nicht dem Abruf von Faktenwissen (wie in Multiple Choice-Klausuren) dient. Geprüft werden verschiedene praktische, fachliche und kommunikative Fähigkeiten, die Medizinstudierende in ihrem späteren Berufsalltag benötigen werden. Die Bandbreite variiert dabei und reicht von der Anamnese, der Befundung von Röntgen- oder Ultraschallaufnahmen, der Durchführung einer Blutabnahme, dem Vernähen einer Wunde bis zu simulierten Arzt-Patienten-Gesprächen, bei denen speziell trainierte Schauspielpatienten zum Einsatz kommen und in denen die Kommunikation im Vordergrund steht.  

Die tOSCE-App wurde von UCAN, einem länderübergreifenden, gemeinnützigen Prüfungsverbund, entwickelt und stellt eine Erweiterung zur Prüfungsplattform IMS (Item Management System) dar. 

Die Besonderheit von tOSCE liegt darin, dass die Prüfer*innen ein iPad mit der tOSCE-App nutzen, um die Ergebnisse der Prüfung zu dokumentieren und die Studierenden mit Hilfe eines umgehängten QR-Codes zu identifizieren. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass die Daten in Echtzeit an den Prüfungsserver übermittelt werden können und die Auswertung der Prüfung digital und teilautomatisiert erfolgen kann. 

Beim klassischen 10-Stationen-OSCE fallen pro Studierenden zehn Papier-Checklisten an, die anschließend händisch in eine Auswertungstabelle übertragen werden müssten. Dies bedeutet bei 300 Studierenden einen Umfang von 3.000 Blättern. Dies kann mit der tabletgestützten Prüfung eingespart und Übertragungsfehler (z.B. Verrutschen in der Tabellenspalte, falsche Sortierung, etc.) vermieden werden.

Durch die digitale Auswertung können den Studierenden die Prüfungsergebnisse bereits einen Tag nach Ende der Prüfungswoche zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Einblicke in den Ablauf erhalten Sie in unserem Informationsvideo:

Verantwortlichkeit: