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Neuer Masterstudiengang: Klinische Psychologie und Psychotherapie

Zum Wintersemester 2025/26 startet der neue Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Medizinischen Fakultät der HHU.

Die Studiegangsleiterin sitzt drei Studierenden gegenüber und erklärt etwas mit passender Gestik Zoom

Mit der Reform des Psychotherapeutengesetzes wurde der Zugang zur Approbation neu strukturiert: Ein allgemeiner Masterabschluss in Psychologie reicht nicht mehr aus und es bedarf eines klinisch-psychotherapeutisch ausgerichteten Masterstudiums, das auf einem approbationskonformen Bachelor aufbaut. Mit dem Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie, kurz „KLIPS“, schafft die Medizinische Fakultät der HHU Düsseldorf ein eigenständiges und angepasstes Ausbildungsangebot. An der Schnittstelle zwischen Medizin und Psychologie bereitet er angehende Psychotherapeut:innen gezielt auf die berufliche Zukunft vor. 

Ein zentrales Merkmal des neuen Studiengangs ist die umfassende Integration praktischer Ausbildung, welche in der neu gegründeten psychotherapeutischen Hochschulambulanz des Universitätsklinikums Düsseldorf sowie am LVR-Klinikum Düsseldorf stattfindet. In vier Semestern Regelstudienzeit werden wissenschaftliche Befähigung mit psychotherapeutischem Kompetenzerwerb verbunden. Die Studierenden schließen mit dem Titel „Master of Science“ (M.Sc.) ab, der gemäß §2 PsychThApprO zur Approbationsprüfung für Psychotherapeut:innen berechtigt. 

Maßgeblich beteiligt an der inhaltlichen und konzeptionellen Ausgestaltung waren das Klinische Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Dinger-Ehrenthal, das Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Alfons Schnitzler sowie die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LVR-Klinikum Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Eva Meisenzahl. Die enge Zusammenarbeit dieser Institutionen bildet die Grundlage für ein interdisziplinäres, praxisnahes und akademisch fundiertes Studienangebot, das die psychotherapeutische Versorgung in der Region langfristig stärken soll.

Im Gespräch gibt Studiengangsleiterin Prof. Dr. Ulrike Dinger-Ehrenthal Einblicke in die Hintergründe, Inhalte und Perspektiven des neuen Masterstudiengangs. 

Was war der Ausgangspunkt für die Entwicklung des Studiengangs?

Zentraler Anlass war die Einführung des neuen Psychotherapeutengesetzes und die damit einhergehende grundlegende Änderung des Zugangswegs zum Psychotherapeuten oder zur Psychotherapeutin. Im vorherigen System qualifizierte ein allgemeines wissenschaftliches Psychologiestudium für den Eintritt in die psychotherapeutische Weiterbildung. Die neue gesetzliche Neuregelung verlangt jedoch bereits nach dem Bachelorabschluss die Entscheidung, ob eine klinisch-therapeutische Laufbahn eingeschlagen wird. Durch die hervorragende, aber sehr grundlagenwissenschaftlich ausgerichtete Schwerpunktbildung am psychologischen Institut in Düsseldorf entstand die Idee, diese Lücke an der Medizinischen Fakultät zu schließen. Ich bin selbst Psychologin und approbierte ärztliche Psychotherapeutin und arbeite seit vielen Jahren an der wissenschaftlichen Anwendung und Weiterentwicklung von Psychotherapie. Deshalb war es mir ein Anliegen, eine psychotherapeutische Spezialisierung in Düsseldorf zu ermöglichen. Dank der großartigen Unterstützung seitens der Medizinischen Fakultät sowie der Rektorin der HHU, Prof. Dr. Anja Steinbeck, und der beteiligten Institute und Kliniken konnte dies umgesetzt werden. 

Wie ist der Studiengang aufgebaut?

Unser Masterstudiengang kombiniert zwei zentrale Ausbildungsziele: den Erwerb wissenschaftlicher Kompetenzen und den Aufbau klinischer Fähigkeiten. Im ersten Studienjahr liegt der Schwerpunkt auf Theorien, Methoden und forschungsbezogenen Inhalten. Bereits hier beginnen erste praktische Übungen – etwa in Rollenspielen oder Praxisseminaren. Im zweiten Studienjahr vertiefen die Studierenden ihre klinischen Kompetenzen durch berufsqualifizierende Tätigkeiten im direkten Patient:innenkontakt. 

Welchen Stellenwert nehmen praktische Anteile ein?

Einen sehr großen! Die klinisch-praktische Ausbildung bildet eine der beiden tragenden Säulen, ist fest in den Studienverlauf integriert und didaktisch mit den theoretischen Modulen verknüpft. Rollenspiele mit Schauspielpatient:innen, Simulationstrainings und weitere praktische Übungen in verschiedenen Modulen fördern von Beginn an die praktischen Fertigkeiten. Die ambulante Tätigkeit findet zum einen in der neu gegründeten psychotherapeutischen Hochschulambulanz am Universitätsklinikum statt, die organisatorisch meinem Institut zugeordnet ist. Zum anderen kooperieren wir mit dem LVR-Klinikum Düsseldorf. Dort absolvieren alle Studierenden ihre stationären und teilstationären Praxiseinsätze – mit garantierter Platzvergabe für alle 45 Studierenden pro Jahrgang. Das ermöglicht eine hochwertige Betreuung und eine nahtlose Verzahnung mit den theoretischen Ausbildungsphasen. Insgesamt durchlaufen die Studierenden während des Masterstudiengangs rund 600 Stunden Praxis.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte sind Ihnen besonders wichtig?

Neben den verbindlichen Inhalten der Approbationsordnung setzen wir im Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie gezielte Schwerpunkte. Durch die Einbindung in die Medizinische Fakultät sind psychosomatische, psychiatrische und neuropsychologische Inhalte besonders stark vertreten. Ein weiterer Fokus liegt auf der therapeutischen Verfahrensvielfalt. Wir möchten alle in Deutschland wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren lehren – Verhaltenstherapie, psychodynamische Verfahren und perspektivisch auch systemische Therapie. Dabei ist uns besonders wichtig, dass diese Verfahren qualitätsgesichert auf hohem Niveau vermittelt werden.

Für wen eignet sich der Studiengang?

Der Masterstudiengang eignet sich für Absolvent:innen eines approbationskonformen Bachelorstudiengangs Psychologie gemäß §9 PsychThApprO, die ein starkes Interesse an psychotherapeutischer Arbeit mitbringen – sei es mit klinisch-praktischem oder wissenschaftlichem Schwerpunkt.

Welche Perspektiven eröffnen sich für Absolvent:innen des Masterstudiengangs?

Die Mehrheit der Absolvent:innen wird in der psychotherapeutischen Versorgung – entweder ambulant, stationär oder teilstationär – tätig sein. Nach dem Abschluss und der Approbation kann die Fachkundeausbildung beginnen. Darüber hinaus eröffnen sich auch Tätigkeiten in anderen psychotherapeutischen Anwendungsfeldern, etwa in Beratungsstellen oder in wissenschaftlichen Einrichtungen. Die Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung und klinischer Praxis bereitet auf ein breites Spektrum von Berufsfeldern vor.

Wie unterscheidet sich der neue Masterstudiengang vom Master Psychologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät?

Der neue Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie erfüllt alle Anforderungen der Approbationsordnung und qualifiziert neben dem Masterabschluss zum Ablegen der staatlichen Approbationsprüfung. Das ist der entscheidende formale Unterschied. Inhaltlich liegt der Fokus auf dem Doppelklang aus wissenschaftlichen und klinischen Kompetenzen, während der allgemeine Psychologie-Master forschungsorientiert ist. KLIPS richtet sich gezielt an künftige Psychotherapeut:innen.

Was bedeutet der neue Masterstudiengang für die Medizinische Fakultät und welche Einrichtungen sind daran beteiligt?

Für die Medizinische Fakultät ist der neue Masterstudiengang eine große Bereicherung. Wir können künftig selbst psychotherapeutischen Nachwuchs ausbilden und unseren Standort an der Lehre der Zukunft ausrichten. Darüber hinaus profitieren viele klinische Fächer wie Psychiatrie, Psychosomatische Medizin, Neurologie und Medizinpsychologie direkt von den Studierenden und Absolvent:innen, die dort bereits im Studium tätig sind. 

Durch die Zusammenarbeit mit dem Klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, dem Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie sowie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LVR-Klinikum Düsseldorf profitieren Lehre, Versorgung und Forschung gleichermaßen von dem neuen Studiengang. 

 

Mehr Informationen zum Studiengang finden Sie hier.

 

Fotos: Studiendekanat Medizin / Kerstin Rosenkranz & Clarissa Söhndel

Autor/in: Clarissa Söhndel
Kategorie/n: Medizin, Medizinische Fakultät, Studium und Lehre
Porträt von der Studiengangsleiterin unter freiem Himmel Zoom
Zwei Studentinnen unterhalten sich mit der Studiengangsleiterin und lächeln sie an Zoom
Blick auf eine Präsentation und einen Dozenten, im Vordergrund sitzen Studierende Zoom
Studierende sitzen in Stuhlreihen und schauen konzentriert nach vorne Zoom
Der Bildausschnitt zeigt, wie sich zwei Frauen gegenübersitzen und eine von ihnen eine erklärende Handgestik macht Zoom
Die Studiengangsleiterin steht vor der Präsentation und zeigt mit ihrem Zeigefinger auf das Wort Weiterbildung Zoom
Drei Studierende sitzen zusammen mit einem Dozenten am Tisch und unterhalte sich Zoom