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Hypoglykämie: Paper in JAMA Network Open
Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Neugeborenen bleibt wichtig

Hypoglykämien stellen bei Neugeborenen die häufigste Stoffwechselstörung dar. Sind diese tief oder langanhaltend kann es zu einer Schädigung des Gehirns kommen. Um dem vorzubeugen, forscht ein Team rund um Dr. Marcia Röper (Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und dem Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) daran, verlässlich Biomarker zur frühzeitigen Diagnose zu identifizieren. In einem jüngst in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlichten Paper konnten die Forschenden nun zeigen, dass eine Untersuchung des Nabelschnurbluts die Kontrolle des Blutzuckerspiegels nicht ersetzen kann.

Portraitfoto Zoom

Dr. Marcia Röper (Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatalogie und Kinderkardiologie, UKD) forscht zu neonatalen Hypoglykämien.

Etwa 120.000 Neugeborene pro Jahr kommen mit einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel, einer sogenannten neonatalen Hypoglykämie, zur Welt. Damit stellt die Hypoglykämie die häufigste Stoffwechselstörung bei Neugeborenen dar. Besonders gefährdet sind die Neugeborenen, wenn spezifischen Risikofaktoren vorliegen. Das betrifft etwa Kinder von Müttern mit Diabetes, Frühgeborene oder Kinder mit abweichendem Geburtsgewicht. In der Regel normalisiert sich die neonatale Hypoglykämie in den ersten Tagen nach der Geburt. In einzelnen Fällen kann es durch die Hypoglykämie jedoch zu bleibenden Schäden im Gehirn kommen. Da aktuell noch unklar ist, welchen Schweregrad einer neonatalen Hypoglykämie das Gehirn in den ersten Lebenstagen tolerieren kann, ist der Forschungsbedarf hoch. Um die Diagnose und Behandlung der neonatalen Hypoglykämie künftig zu verbessern, forscht Dr. Marcia Röper (Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie) zu dieser Stoffwechselstörung. Eine zentrale Fragestellung konnte Sie nun im Rahmen eines Papers, das kürzlich in JAMA Network Open veröffentlicht wurde, beantworten.

In der Studie Umbilical Cord Blood Glucose Concentrations and Transitional Neonatal Hypglycemia haben Dr. Röper und ihr Team untersucht, ob der Blutzuckerspiegel im Nabelschnurblut direkt nach der Geburt dabei helfen kann, vorherzusagen, ob ein Neugeborenes später eine Unterzuckerung entwickelt. Dafür wurden knapp 600 Babys untersucht, von denen etwa ein Drittel nach der Geburt mindestens einmal zu niedrige Blutzuckerwerte hatte. 

Das zentrale Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass Blutzuckerwerte aus dem Nabelschnurblut allein kein verlässlicher Indikator dafür sind, ob ein Neugeborenes später eine Unterzuckerung entwickelt. Für die klinische Praxis bedeutet das, dass die regelmäßige Blutzuckerkontrolle nach der Geburt weiterhin unerlässlich bleibt, insbesondere bei Neugeborenen mit bekannten Risikofaktoren. Ein einzelner Messwert unmittelbar nach der Geburt ist somit nicht ausreichend, um potenzielle Risiken sicher zu erkennen.

Gleichzeitig deutet die Studie darauf hin, dass sehr niedrige Blutzuckerwerte im Nabelschnurblut möglicherweise mit selteneren oder schwereren Formen der Hypoglykämie in Zusammenhang stehen könnten. Diese Beobachtung ist jedoch bislang nicht eindeutig belegt und soll in künftigen Studien weiterführend untersucht werden.

Dr. Marcia Röper wurde für Ihre Forschung zu neonatalen Hypoglykämien in der Vergangenheit bereits mit dem Förderpreis für Wissenschaften der Landeshauptstadt Düsseldorf geehrt.

Die gesamte Studie lesen Sie hier.

Vollpublikation

Umbilical Cord Blood Glucose Concentrations and Transitional Neonatal Hypoglycemia
M. Röper, T. Meissner, L. Friesl, C. Kurz, M. Dzietko, E. Mayatepek, H. Hoermann, S. Kummer. Jama Network Open 2026.

Autor/in: Redaktion
Kategorie/n: Medizin, Medizinische Fakultät