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BMFTR-gefördertes Verbundprojekt soll schonende Verfahren schneller in die Praxis bringen
HHU reduziert Versuchstierzahlen und startet Projekt für mehr Tierwohl

Anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstiers am 24. April veröffentlicht die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ihre Versuchstierzahlen für das Jahr 2025. Bereits am 1. April startete zudem mit dem bundesweiten Verbundprojekt TRACKIN eine vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Initiative, die gezielt zur Verbesserung des Tierwohls und der Forschungsqualität beitragen soll. Beteiligt sind auch die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Bild einer Maus in den Händen einer Forscherin. Die Forscherin trägt blaue Handschuhe und einen grünen Kittel. Es sind nur ihre Hände und Arme zu sehen. Zoom

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 34.714 Tiere, und damit 7.099 Tiere weniger als 2024, in Tierversuchen an der HHU eingesetzt. Der weit überwiegende Anteil entfiel auf Mäuse und Ratten.

Für das Jahr 2025 melden die Forschenden der HHU insgesamt 34.714 Versuchstiere, die im Kontext biomedizinischer Forschungsfragen eingesetzt wurden. Das sind 7.099 Tiere weniger als im Vorjahr. Der weit überwiegende Anteil der verwendeten Tierarten entfällt auf Mäuse und Ratten. In geringerem Umfang wurden außerdem Tauben und Kaninchen eingesetzt.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen die zentrale Herausforderung der biomedizinischen Forschung: Einerseits ist der Einsatz von Tieren in bestimmten Bereichen nach wie vor notwendig, andererseits arbeiten Forschungseinrichtungen kontinuierlich daran, die Anzahl der eingesetzten Tiere zu reduzieren, Tierforschung durch Ergänzungs- und Alternativmethoden zu ersetzen und die Belastung für Versuchstiere zu minimieren. Dieses Prinzip ist als 3R-Ansatz (Replace, Reduce, Refine) international etabliert und Bestandteil des Tierschutzgesetzes. „Trotz vieler technischer Fortschritte ist es zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich, in der biomedizinischen Forschung vollständig auf Tierversuche zu verzichten“, betont Prof. Dr. Sabine Bischoff, Leiterin der Zentralen Einrichtung für Tierforschung und wissenschaftliche Tierschutzaufgaben (ZETT) an der HHU. „Dennoch arbeiten wir daran, die Zahl der Tierversuche zu verringern und da, wo Tierversuche weiterhin nötig sind, diese zu optimieren.“

Neues Projekt stärkt schonendere Methoden (Refinement)

Ein zentraler Baustein dieser Weiterentwicklung ist das neue Verbundprojekt TRACKIN (Training for Refinement, Laboratory Animal Care and Knowledge Implementation), das im April an der HHU gestartet ist. Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie „Alternativen zum Tierversuch“ durch das BMFTR mit rund 620.000 Euro für insgesamt drei Jahre gefördert.

Gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz baut die HHU mit TRACKIN ein deutschlandweites Trainings- und Kurssystem auf, um verbesserte Handling- und Applikationstechniken bei Mäusen und Ratten zu vermitteln, zu standardisieren und langfristig in der Forschungspraxis zu verankern.

Ergänzend entsteht ein Netzwerk von Expertinnen und Experten, das den Austausch zwischen Forschungseinrichtungen, Tierhaltungen und Kompetenzzentren stärken soll. Eine digitale Plattform wird Fachwissen und Schulungsmaterialien bündeln und den niedrigschwelligen Zugang zu wissenschaftlich fundierten Methoden erleichtern.

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt darauf, auch kleinere Einrichtungen und weniger forschungsstarke Standorte zu erreichen. Standardisierte Schulungsmaterialien und niedrigschwellige Zugänge zu Expertise sollen dazu beitragen, neue Methoden schneller und breiter zu implementieren.

Die HHU ist Mitglied der „Initiative Transparente Tierversuche“. Die Versuchstierkunde befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen den Interessen der Öffentlichkeit, der Wissenschaft, der Politik und dem Tierschutz. Mit der Teilnahme an dieser Initiative verpflichtet sich die HHU zusammen mit vielen anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zu ihrer Verantwortung für eine offene Kommunikation nach innen und nach außen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zur Meldung der Charité.

Autor/in: Redaktion
Kategorie/n: Medizin, Medizinische Fakultät, Schlagzeilen, Pressemeldungen