27.04.2020 13:54

Entscheidung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) Ende Juni

Wissenschaftsrat: Kardiologisch-diabetologischen Forschungsbau (CARDDIAB) zur Förderung empfohlen

Von: Susanne Dopheide, Redaktion

Der Wissenschaftsrat hat für die kommende Förderphase 2021 des Bund-Länder-Programms Forschungsbauten die Förderung des „Translational science building for CARDiovascular research in DIABetes“, genannt CARDDIAB, mit einem von der Universitätsmedizin Düsseldorf beantragten Fördervolumen von 76,53 Mio. Euro empfohlen.

So könnte es aussehen - Architekturzeichnung des geplanten CARDDIAB-Gebäudes, Copyright: Nickl & Partner

Förderfähig sind Vorhaben, die der überregional bedeutsamen Forschung dienen. Die Förderung von Forschungsbauten und Großgeräten an Hochschulen ist Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern. Die endgültige Entscheidung über eine Förderung trifft die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK), die voraussichtlich Ende Juni tagt.

Herz-/Kreislauferkrankungen weisen schon heute das höchste Risiko für Erkrankung und Sterblichkeit auf und dies mit weiterhin steigender Tendenz. Diabetes mellitus Typ 2 ist die häufigste Stoffwechselerkrankung weltweit. Sie betrifft bereits 25 Prozent der älteren deutschen Bevölkerung. In Zukunft werden auch zunehmend Jüngere an ihr erkranken. Beide Erkrankungsfelder weisen auffällige Gemeinsamkeiten auf, dies nicht nur in ihrer Verbreitung, ihren Ursachen und Folgen, sondern auch im Hinblick auf spezifische krankhafte Veränderungen, Funktionsstörungen und Verläufe. So verstirbt einerseits die Mehrzahl der Menschen mit Diabetes an den Folgen von Herz-/Kreislauferkrankungen, andererseits weisen mehr als 50 Prozent aller Betroffenen mit akutem Herzinfarkt bereits Störungen des Glukosestoffwechsels auf oder sie entwickeln Diabetes im Rahmen eines Herzinfarktes.

Das Konzept von CARDDIAB zielt durch optimierte Zusammenarbeit von Experten auf den Gebieten der Stoffwechsel-, Diabetes- und kardiovaskulären Forschung auf die unmittelbare Übertragung von präklinischen und klinisch-experimentellen Erkenntnissen in die medizinisch-praktische Versorgung ab. Dies kann als Kernaufgabe der Universitätsmedizin bezeichnet werden. Das Forschungskonzept sieht zentrale Forschungseinheiten (Core Units) vor, traditionelle Fächergrenzen werden aufgelöst. Dem entspricht auch die bauliche Struktur des geplanten neuen Forschungsgebäudes. Sprecher von CARDDIAB sind Prof. Dr. Malte Kelm, Direktor der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des UKD, und Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) und Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie des UKD.Angesichts der Empfehlung mit Bestnote durch den Wissenschaftsrat kommentiert der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Nikolaj Klöcker: „Der technologische Fortschritt in Forschung und Diagnostik lässt Krankheiten nicht mehr länger als einzelne Entitäten sondern vielmehr als ein Spektrum krankhafter Zustände erscheinen. CARDDIAB greift diese Sichtweise in einem höchst innovativen und zukunftsweisenden Forschungskonzept auf. Die betont fächerübergreifende Zusammenarbeit in Einrichtungen der Medizinischen und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität lassen den geplanten Forschungsbau zu einem strukturbildenden Element am Standort werden. Wir hoffen nun sehr, dass auch die GWK ihre Zustimmung zur Förderung geben wird.“

Die 3700 Quadratmeter Nutzfläche des neuen Forschungsgebäudes ergeben sich auch aus den spezifischen Anforderungen für geplante Großgeräte, die ganz neuartige Mess- und Analyseverfahren ermöglichen, sowie aus den ambulanten und tagesklinischen Untersuchungseinheiten für die gesunden und bereits erkrankte Proband*innen. Der Neubau soll auf dem Gelände des Universitätsklinikums Düsseldorf in unmittelbarer Nähe des noch im Bau befindlichen Medizinischen Forschungszentrums I errichtet werden.

Die Forschung von CARDDIAB konzentriert sich auf Themenschwerpunkte, mit denen zukunftsweisende Zielstrukturen bzw. Ansatzpunkte für medikamentöse, medizintechnische und verhaltensbedingte Prävention und therapeutische Intervention ermittelt werden sollen. Aufgrund der Häufigkeit und der gesellschaftlichen Bedeutung von Herz-/Kreislauferkrankungen bzw. Diabetes mellitus Typ 2 ist dieses innovative Vorhaben von dringender medizinischer, sozialer und ökonomischer Notwendigkeit zur Verbesserung der Versorgung.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenDekanat der Medizinischen Fakultät der HHU