14.07.2020 16:12

Biologisch-Medizinisches-Forschungszentrum (BMFZ)

Verleihung des Ulrich-Hadding-Forschungspreises 2020 an Dr. Arun Kondadi und Dr. Arul Mariappan

Von: Redaktion

14.7.2020 - Am Dienstag, den 14. Juli, erhielten Dr. Arun Kondadi, Institut für Biochemie und Molekularbiologie I, und Dr. Arul Mariappan, Institut für Humangenetik den Ulrich-Hadding-Forschungspreis 2020 des BMFZ.

Dr. Arun Kondadi (l.) und Dr. Arul Mariappan erhielten den Ulrich-Hadding-Forschungspreis 2020 des BMFZ.

Das Biologisch-Medizinische-Forschungszentrum (BMFZ) der HHU vergibt den mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Preis jährlich an besonders exzellente Nachwuchswissenschaftler*innen im fortgeschrittenen Post-Doktorandenstadium noch vor der Habilitation aus den Arbeitsgruppen der BMFZ-Mitglieder. Die beiden Preisträger zeichnen sich durch großes Talent und hohe Motivation aus, so die Gutachter. Die Preisvergabe sei als Anerkennung und weitere Ermutigung für ihre wissenschaftlichen Karrieren zu verstehen.

Dr. Arun Kondadi aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Andreas Reichert erhielt die Auszeichnung für seine herausragende Forschung an den molekularen Mechanismen der Cristae-Bildung in Mitochondrien von Säugerzellen. Cristae sind Einstülpungen der inneren Mitochondrienmembran, die der Oberflächenvergrößerung dienen und an denen die Atmungskette lokalisiert ist. Er konnte zeigen, dass sich Cristae innerhalb von Sekunden kontinuierlich verändern. Auf Grundlage zahlreicher Experimente entwickelte Dr. Kondadi ein Modell, dass erstmals darstellt, wie Cristae sich abschnüren und refusionieren können. Diese Prozesse hängen vom sog. „MICOS-Komplex“ ab, ein Komplex der erst vor ca. zehn Jahren entdeckt wurde und an der Bildung von Crista Junctions beteiligt ist. Kondadis Arbeit wurde Anfang 2020 in EMBO Reports mit den Erstautoren Kondadi und Ruchika Anand in geteilter Autorenschaft veröffentlicht (Kondadi et al., 2020). Die Erkenntnisse werden die Sicht auf die Funktionsweise von Mitochondrien ändern und großen Einfluss auf unterschiedliche Forschungsgebiete haben, so die Einschätzung von Prof. Reichert. In einer weiteren Publikation hat Dr. Kondadi hat in geteilter Zweitautorenschaft zudem einen wichtigen Beitrag zu einer Arbeit im EMBO Journal geleistet (Wolf et al. 2020). Hier wurde erstmals gezeigt, dass einzelne Cristae innerhalb eines Mitochondriums ganz unterschiedliche, unabhängige bioenergetische Einheiten darstellen.

Dr. Arul Mariappan aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jay Gopalakrishnan wurde für seine herausragende Forschung an Zentrosomen in Krebszellen ausgezeichnet. Dr. Mariappan konnte zeigen, dass zusätzliche Zentrosomen von Krebszellen Angriffspunkte für therapeutische Ansätze darstellen können. Er bewies damit eine Hypothese von Prof. Theodor Boveri aus dem Jahr 1888. Die abschließenden Experimente dazu fanden am Institut für Humangenetik der Medizinischen Fakultät Düsseldorf statt. Als einen Eckpfeiler der Zentrosomen-Biologie bezeichnet der Gutachter diese herausragende Arbeit, die im EMBO Journal (2019) veröffentlicht wurde. Ein weiterer Forschungsbereich von Dr. Mariappan stellt das Visualisierung der Invasion von Glioma-Krebszellen in Organoide des menschlichen Gehirns dar. Diese Arbeiten wurden in Cell Reports (2020) veröffentlicht.

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