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Wissenschaftliches Kolloquium - Psychiatriegeschichte

Trotz ihrer Abgeschlossenheit waren Irrenanstalten als «totale Institutionen» um 1900 unterschiedlichen sozialen und politischen Einflüssen ausgesetzt, die die bestehenden Ordnungen in den Anstalten erschütterten und teilweise Neustrukturierungen verlangten. Zudem provozierten die Einweisungspraxis und die Modalitäten der Irrsinnserklärung eine wachsende öffentliche und literarisch-künstlerische Kritik, die auch in Romanen und Theateraufführungen deutlich artikuliert wurde.
Verstärkt wurde diese Bewegung durch eine Irrenrechtsbewegung, in der betroffene Personen und deren Unterstützer organisiert waren. Die mit Hilfe von Printmedien mobilisierte kritische Öffentlichkeit stellte die Psychiater vor deutliche Herausforderungen, auf die der Berufsstand mit unterschiedlichen Strategien zu antworten suchte.

Zu diesem Themenkomplex lässt Heinz-Peter Schmiedebach in seiner Darstellung Psychiater, Insassen, Psychiatriekritiker, Personen aus dem Pflegebereich sowie Literaten und Autorinnen zu Wort kommen. Prof. Schmiedebach ist langjähriger Direktor em. des Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Hamburg. Er ist weltweit einer der profiliertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Psychiatriegeschichte.

Die Veranstaltung findet online über GoToMeeting statt. 

Veranstaltungsdetails

15.12.2021, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr
LVR-Klinikum Düsseldorf
Verantwortlichkeit: