29.09.2020 11:25

Krebsforschung

CIO Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf fördert fünf neue Forschungsprojekte

29.09.2020 - Das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) ist das gemeinsame Spitzenkrebszentrum der Unikliniken Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf. Das International Scientific Advisory Board des Centrums für Integrierte Onkologie Aachen Bonn Köln Düsseldorf (CIO ABCD) hat jetzt die besten Verbundforschungsprojekte aus fast 30 eingereichten Vorhaben ausgewählt und Grants für einen Zeitraum von zwei Jahren vergeben.

Die Projekte sind sehr innovativ und zeigen die hohe Qualität und bereits gute Vernetzung der onkologischen Forschung an den beteiligten vier Standorten. Die fünf Projekte werden mit insgesamt 400.000 Euro gefördert.

Gefördert werden:

Deciphering the molecular and (epi)genetic mechanisms controlling differentiation of embryonal carcinomas into yolk-sac tumors to identify new druggable targets

Prof. DR. Daniel Nettersheim, Prof. DR. Peter Albers (Düsseldorf); Prof. Dr. Axel Heidenreich, Prof. Dr. David Pfister (Cologne); Dr. Gabriele Calaminus, Prof. Dr. Christian Vorkuhl, Dr. Stefan Schöneberger (Bonn); Prof. James Adjaye, Prof. Dr. Thomas Kurz (Düsseldorf); PD Dr. Felix Bremmer (Göttingen)

Dottersacktumoren gehören zu den Hodentumoren und kommen sowohl Neugeborenen, als auch Männern im Alter von 14 - 44 vor - ist also eine Tumorerkrankung junger Männer „mitten im Leben". Leider entwickeln Dottersacktumoren häufig eine Therapieresistenz und sind für einen Großteil der Hodentumor-assoziierten Sterblichkeit verantwortlich. Bisher wurden die Entwicklungswege dieser Tumoren kaum erforscht. Daher sollen in diesem Verbundforschungsprojekt die molekularen Mechanismen aufgeschlüsselt werden, die die Entwicklung eines Dottersacktumors auslösen, um aus diesen Erkenntnissen auch neue Therapiemöglichkeiten abzuleiten.

Genome Instability Syndromes as a toolbox to unravel novel DNA repair pathways for the treatment of cancer

Dr. Ron D. Jachimowicz, Prof. Dr. Dagmar Wieczorek, Prof. Dr. Arndt Borkhardt (Düsseldorf)

Seltene genetische Störungen im DNA-Reparatursystem bewirken eine genomische Instabilität, die sehr häufig zur Krebsentstehung führt (sogenannte Tumorprädispositionssyndrome). Die Arbeitsgruppen Jachimowicz (Köln) sowie Wieczorek und Borkhardt (Düsseldorf) gehen davon aus, dass trotz ihrer Seltenheit diese Erkrankungsgruppe als paradigmatisch angesehen werden kann, um dadurch bedeutsame neue Signalwege für die Tumorentstehung zu charakterisieren. In dem Projekt sollen neue Zielstrukturen für therapeutische Interventionen präklinisch evaluiert werden.

Frequency of mutations in known and unknown predisposition genes for familial myeloproliferative neoplasms (MPN) and familial myelodysplastic syndromes (MDS)

Prof. Dr. Steffen Koschmieder (Aachen), Dr. Lino Teichmann (Bonn); PD Dr. Thomas Schroeder (Düsseldorf); Prof. Christoph Scheid (Cologne)

Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass ein relevanter Anteil von myelodysplastischen und myeloprolifativen Syndromen (MDS und MPS) auf genetische Veränderungen zurückzuführen sind, die bereits in der Keimbahn vorhanden und damit prinzipiell vererbbar sind.

In dem vom CIO-ABCD-Verbund geförderten Forschungsvorhaben werden die Forscher mittels genomischer Sequenzierungsanalysen einerseits die Frequenz bereits beschriebener Keimbahn-Veränderungen bestimmen, andererseits auch nach neuen, bisher unbekannten genetischen Veränderungen in der Keimbahn von Patienten mit MDS und MPS suchen. Ziel sind neue Einblicke in die Entstehung von MDS und MPS mit genetischer Prädisposition und die Ausweitung und Optimierung der klinischen Versorgung dieser Patienten.

 

Epigenetic drivers, spatial immune cell composition and response to immune checkpoint inhibition in renal cell carcinoma

Prof. Dr. Manuel Ritter, Prof. Dr. Michael Hölzel, Prof. Dr. Marieta Toma (Bonn); Prof. Dr. Peter Boor (Aachen); Prof. Dr. Thomas-Andreas Vögeli, PD Dr. Günter Niegisch (Düsseldorf); Prof. Dr. Axel Heidenreich (Cologne)

Der Einsatz von Immun-Checkpoint-Inhibitoren (Krebsimmuntherapie) hat in den letzten Jahren die Therapie metastasierender Nierenzellkarzinome signifikant verbessert. Leider spricht jedoch nur ein Teil der Patienten auf eine solche Therapie an und würde eher von einer Therapie mit anderen Wirkstoffen profitieren. In diesem Projekt versuchen sollen nun auf genomischer und molekularer Ebene Marker identifiziert werden, die die Wirksamkeit einer Krebsimmuntherapie vorhersagen können.

Targeting the PRC2 complex to overcome resistance to immune checkpoint blockade in melanomas and lung tumors

Prof. Dr. Jennifer Landsberg (Bonn), Prof. Dr. Roland Ullrich (Cologne)

Der Einsatz von Immuncheckpoint-Inhibitoren hat die Prognose der Patienten mit Melanomen und Bronchialkarzionomen signifikant gebessert. Dennoch zeigt sich bei einem großen Teil der Patienten ein nur unzureichendes oder fehlendes Therapieansprechen. Epigenetische Veränderungen, wie z. B. Histonmodifikationen und “chromatin remodeling” führen zu einer Therapieresistenz gegen Immuncheckpoint-Inhibitoren. Kürzlich konnte gezeigt werden, dass der “Polycomb Repressive Complex 2” (PRC2) die Antigenpräsentation von MHC-I Antigen vermindert. In dem vom CIO-ABCD-Verbund geförderten Forschungsvorhaben wird der Einfluss der PRC2 Inhibition auf eine Wiederherstellung der MHC class I und II Antigen Präsentation auf Melanom und Lungenkrebszellinien mittels EZH2 gerichteter Therapie und die Wirksamkeit einer Kombination aus EZH2 und Immunecheckpoint-Blockade in Mausmodellen untersucht.

 

 

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