Interprofessionelles Ernährungsmanagement in der stationären und häuslichen Versorgung

Gemeinsames Lehrprojekt der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, des Universitätsklinikum Düsseldorf und der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, für Studierende der Medizin und Studierende der Gesundheits- und Pflegewissenschaften

gefördert von der Robert Bosch Stiftung im Rahmen der Förderlinie:
Operation Team - Interprofessionelles Lernen in den Gesundheitsberufen


Aktuelles und Veranstaltungen

  • 14.03.2017 – "Interprofessionelles Lernen am Beispiel Pflege und Medizin"
    Vortrag von Prof. Dr. Bärbel Wesselborg, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, bei den Hochschultagen Berufliche Bildung 2017 an der Universität zu Köln

Kurzbeschreibung

In dem Projekt wird eine interprofessionelle Lehr-Lerneinheit im Umfang von zwei Semesterwochenstunden für 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Studierende der Medizin und Studierende des dualen BA Studiengangs Pflege und Gesundheit) entwickelt und dauerhaft implementiert. Die Studierenden analysieren in realen Praxisfeldern der stationären und ambulanten Versorgung das Ernährungsmanagement und konzipieren individuelle Versorgungspläne für Patienten zur Sicherung einer ausreichenden Ernährung. Die Lehr-Lerneinheit verwendet dabei die Methode des forschenden Lernens. Die von den Studierenden erarbeiteten Ergebnisse werden in die Praxis zurückgeführt, wodurch Innovationen in den Teams im Praxisfeld (stationäre und ambulante Versorgung) zu erwarten sind. Der Entwicklungsprozess dieser Lehr-Lerneinheit wird von einer wissenschaftlichen Prozess-Analyse begleitet. Am Beispiel dieser Lehr-Lerneinheit wird ein hochschuldidaktisches Modell entwickelt, das die Konstruktion interprofessioneller Lehr-Lerneinheiten anleiten kann. Das Modell leistet damit einen über das Projekt hinausweisenden Beitrag zur Verfestigung interprofessionellen Lernens in den Gesundheitsberufen.

Projektaufbau und -ablauf

Im Projekt wird die Lehr-/Lerneinheit „Interprofessionelles Ernährungsmanagement“ entwickelt, durchgeführt, evaluiert sowie ein hochschuldidaktisches Modell für interprofessionelle Lehr-/Lerneinheiten entworfen. Die institutionelle Infrastruktur für die Koordination des Interprofessionellen Lernens an den beteiligten Einrichtungen wird verankert. Aus diesem Projektaufbau ergeben sich sechs Meilensteine für das Projekt:

  1. Konzeption: Die Lehr-/Lerneinheit "Interprofessionelles Ernährungsmanagement" wurde entwickelt und liegt vor. (März 2017)
  2. Durchführung und Evaluation: Die Lehr-/Lerneinheit wurde mit der ersten Kohorte durchgeführt und evaluiert. (Sommersemester 2017)
  3. Wissenschaftliche Prozessevaluation: Die Ergebnisse zur externen qualitativen Forschung über die Entwicklungsphase des Konzeptes liegen vor. (Mai 2017)
  4. Infrastruktur für interprofessionelle Ausbildung: Die Steuerungsgruppe „Interprofessionelle Ausbildung“ ist etabliert und hat ihre Arbeit regelhaft aufgenommen. (Juni 2017)
  5. Modellkonstruktion: Das hochschuldidaktische Modell für die Konzeption interprofessioneller Lehr-/Lerneinheiten ist ausgearbeitet und wurde der Fachöffentlichkeit präsentiert. (Juli 2017)
  6. Das hochschuldidaktische Modell wird für die Entwicklung einer weiteren interprofessionellen Lehr-/Lerneinheit (Wahlpflichtfach) „Behandlung und Prophylaxe chronischer Rückenschmerzen“ verwendet. (Oktober 2017) 

Worin zeichnet sich unsere Initiative aus?

Mit dem Projekt kann ein hoher Mehrwert auf verschiedenen Ebenen generiert werden. Bei dem Lerngegenstand handelt es sich um eine relevante Problemstellung aus dem stationären und ambulanten Praxisfeld, bei der die interprofessionelle Kooperation ein Erfolgsfaktor zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse für die Patienten darstellt. Die Problemstellung wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf Stationen des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) und im Rahmen von Hausbesuchen bei Patienten der beteiligten akademischen Lehrpraxen verdeutlicht.

In der Lehr-Lerneinheit ermöglicht eine gemeinsame interprofessionelle Projektarbeit die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik. Ziele dieser Arbeit sind u.a. die Beobachtung der strukturellen Bedingungen im stationären und ambulanten Bereich. Die Kriterien für die Beobachtung werden dabei durch die Lernenden selbst entwickelt und anschließend angewendet. Unter Verwendung professionsspezifischer Assessmentinstrumente zur Ernährungssituation konzipieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in interprofessionell besetzten Gruppen individuelle Versorgungspläne für Patienten zur Sicherung einer ausreichenden Ernährung. Die Lerngruppen erstellen darüber hinaus einen Projektbericht, der ihre gewonnenen Erkenntnisse zu den strukturellen Bedingungen des Ernährungsmanagements im jeweiligen Handlungsfeld darlegt und Empfehlungen für die Zusammenarbeit im interprofessionellen Versorgungsteam ableitet. In einer Projektpräsentation unterbreiten sie ihre konzeptionellen Vorschläge den Verantwortlichen des jeweiligen Untersuchungsfeldes und stellen sich deren Fragen und kritischen Einwänden. Wir postulieren, dass durch die Präsentationen der interprofessionell erarbeiteten Lösungen die Akzeptanz für Änderungsprozesse in der Praxis verbessert wird.

Begleitforschung (formative Evaluation) des Projektes

in Kooperation mit der Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement
Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Univ.-Prof. Dr. Heiner Barz

Die Herausforderung für die konstruktive Kooperation unterschiedlicher Lehr- und Lernkulturen ist im Falle der Zusammenarbeit von Pflege-Studiengängen und Medizin-Studiengängen durch die traditionell in die Krankenhaus-Hierarchien auf unterschiedlichen Ebenen eingebundenen Tätigkeitsfelder besonders ausgeprägt.

Bereits in der Entwicklungsphase des Lehr- und Lernkonzeptes sollen die Kooperations-Einstellungen dokumentiert und der Reflexion zugänglich gemacht werden um etwaige Konfliktpunkte frühzeitig im Team zu adressieren.  Die Projektbeteiligten bringen wechselseitige Rollenerwartungen sowie ein spezifisches Verständnis der Tätigkeitsmerkmale im Praxisfeld mit.

Das Hauptaugenmerk der Begleitforschung liegt  auf einer formativen Evaluation mit Fokusgruppen. An zwei Zeitpunkten sollen verschiedene Projektbeteiligte in einer Fokusgruppe themenzentriert über Inhalte aber auch über fachkulturelle und kooperationsbezogene Aspekte unter Anleitung eines erfahrenen Moderators sprechen:

Ähnlich wie das problemzentrierte Einzelgespräch erlaubt das Verfahren der Fokusgruppe das Herausarbeiten von alltagsrelevanten subjektiven Kognitionen, affektiven Komponenten und Einstellungen zu einem Gegenstandsbereich ohne dass dabei vorgängige Kategorisierungen – wie sie mit dem Einsatz von quantitativen Instrumenten unvermeidlich verbunden sind – das Forschungsergebnis determinieren.

Begleitende Studierendenbefragung zur Konzeption der interprofessionellen Lehrveranstaltung

Im Zuge der Konzeption der Lehrveranstaltung, welche in diesem Sommersemester zum ersten Mal stattfinden wird, wurde von den Mitgliedern der Steuerungsgruppe ein kurzer Fragebogen konzipiert, der im Vorfeld an die TeilnehmerInnen der Lehrveranstaltung verschickt wurde. Ziel dieses Fragebogens war es einerseits ein einen kleinen Einblick über den Wissensstand der Studierenden aus dem Modellstudiengang Medizinstudiengang und dem dualen Studiengang Pflege und Gesundheit zur Thematik interprofessioneller Kooperation und Mangelernährung zu erhalten. Andererseits sollten die Studierenden die Möglichkeit erhalten, ihre Wünsche und Erwartungen an die Lehrveranstaltung zu formulieren und so aktiv an der inhaltlichen Gestaltung der Lehrveranstaltung beteiligt zu werden.

Während im dualen Studiengang Pflege und Gesundheit tatsächlich alle teilnehmenden Studierenden an der Befragung teilnehmen konnten, musste bei den Studierenden des Medizinstudiengangs, aus zeitlichen Gründen zwischen Beginn der Planung der Lehrveranstaltung und Anmeldezeitpunkt der Studierenden zur Lehrveranstaltung, auf eine Gelegenheitsstichprobe zurückgegriffen werden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Studierenden, die sich zur Teilnahme an der Befragung bereit erklärt haben.

Die zentralen Ergebnisse der Befragung – Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Vorkenntnisse zu interprofessioneller Kooperation und Mangelernährung zwischen den Teilnehmergruppen –  wurden in die konzeptionelle und inhaltliche Planung der Lehrveranstaltung mit eingebunden.


Projektleitung

  • Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
    und Universitätsklinikum Düsseldorf

    Dr. med. Thomas Rotthoff, MME
    Matthias Grünewald RbP, Dipl. Pflegepädagoge (FH)
  • Fliedener Fachhochschule Düsseldorf
    Prof. Dr. Renate Adam-Paffrath
    Prof. Dr. Bärbel Wesselborg

Kooperationspartner

  • Klinik für Endokrinologie und Diabetologie
    Direktor: Univ.-Prof. Dr. M. Roden
    Universitätsklinikum Düsseldorf 
  • Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie
    Direktor: Univ.-Prof. Dr. D. Häussinger
    Universitätsklinikum Düsseldorf 
  • Institut für Allgemeinmedizin
    Direktor: Univ.-Prof. Dr. S. Wilm
    Universitätsklinikum Düsseldorf 

Mitglieder der Steuerungsgruppe

  • Adam-Paffrath, Renate, Prof. Dr. (Fliedner Fachhochhochschule)
  • Biro, Akos Tibor, cand. med. (Medizinische Fakultät)
  • Grünewald, Matthias, Dipl. Pfl. Päd (FH) (Universitätsklinikum Düsseldorf)
  • Hoffmann, Alexandra (Studiengang Pflege und Gesundheit, Fliedner Fachhochschule)
  • Pasch, Wolfgang, Dipl. Berufs-Päd. (Fliedner Fachhochhochschule)
  • Rotthoff, Thomas, Dr. med., MME (Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Düsseldorf)
  • Schendel, Lena, B.A. Pflege und Gesundheit (Projektkoordinatorin, Fliedner Fachhochschule)
  • Wesselborg, Bärbel, Prof. Dr. (Fliedner Fachhochschule)
  • Wilm, Stefan, Univ.-Prof. Dr. (Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Düsseldorf)

 

 

"Operation Team – Interprofessionelles Lernen in den Gesundheitsberufen" ist ein Programm der Robert Bosch Stiftung

Ansprechpartner

Medizinische Fakultät

Dr. Thomas Rotthoff, MME
Tel.: +49 211 81-18771
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Ausbildungszentrum UKD

Matthias Grünewald RbP
Dipl. Pflegepädagoge (FH)
Tel.: +49 211 81-18753
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Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenStudiendekanat der Medizinischen Fakultät der HHU