14.11.18 14:21

Tag der Lehre

HHU feiert exzellente Lehre: Preis 2018 vergeben

Von: Carolin Grape

Der „Tag der Lehre“ lenkt einmal im Jahr den Blick darauf, welche guten Beispiele für innovative und engagierte Lehre es an der HHU gibt. Traditionsgemäß wird an diesem Tag der Lehrpreis der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) in vier Kategorien (dotiert mit je 10.000 Euro) vergeben. Für ihre Lehrkonzepte wurden am 13. November Nicolas Schmelling, das Team Prof. Dr. Holger Stark, Dr. Aleksandra Zivkovic und Dr. Barbara Gioffreda, Dr. med. Dr. rer. nat. Sören Twarock sowie Lénaick Bidan ausgezeichnet.

Von Studierenden nominiert und am 13. November für ihre engagierte Lehre ausgezeichnet: (v.l.) Nicolas Schmelling, Lénaïck Bidan, Prof. Dr. Holger Stark, Dr. Barbara Gioffreda sowie Dr. Aleksandra Zivkovic, Dr. med. Dr. rer. nat. Sören Twarock sowie Prorektor Prof. Dr. Christoph Börner. (Foto: Alexander Schneider / HHU)

 

Immer mehr Lehrende haben sich die Neugier und die Lust am Unkonventionellen bewahrt und gehen neue Wege. Sie ermuntern Studierende zu kritischen Einwänden und zum selbstständigen Denken und ermöglichen damit einen Diskurs, der zu weiteren Assoziationen und neuen Perspektiven anregt. Besonderes Engagement für Studium und Lehre wird an der Universität Düsseldorf entsprechend anerkannt, z.B. über Anreizsysteme und Auszeichnungen, wie dem Lehrpreis.

Rektorin Dr. Anja Steinbeck: „Der Geist der Universität begründet sich aus kreativen Freiräumen. Nur daraus können exzellente Forschung und Lehre entstehen. Wir alle müssen jedoch immer öfter feststellen, dass diese Freiräume für Neues und Ungeplantes kleiner werden angesichts steigender administrativer Tätigkeiten, Kennzahlenmessungen und einer zunehmend heterogenen Studierendenschaft. Daher gebührt jenen Dozenten und Dozentinnen, die dennoch die Anstrengung auf sich nehmen, Experimente in der Lehre zu wagen, innovative Methoden auszuprobieren und kreative Lehr- und Lernumgebungen zu schaffen, unser größter Respekt. Ich freue mich sehr über die vielen Nominierungen von engagierten Lehrenden und die damit verbundene Wertschätzung, die Sie von Ihrem Kollegium und von Ihren Studierenden erhalten.“

Anregungen zu innovativen Formaten in der Lehre - insbesondere im eLearning - gab mit Gastredner Jörn Loviscach ein ausgewiesener Kenner der Materie. Die Forschungsschwerpunkte des Professors für Ingenieurmathematik und technische Informatik  (FH Bielefeld) liegen in der Mensch-Computer-Interaktion, in Techniken der Medienproduktion und in der computerunterstützten Lehre. Er hat auf YouTube einen eigenen, sehr gut besuchten Video-Kanal mit über 75.000 Abonnenten und 2012 einen der ersten Massive Open Online Course (MOOC) geleitet.

In seinem Vortrag „Zweischneidige Schwerter – digitale Medien in der Lehre“ sprach er über seine Erfahrungen mit neuen Lehr- und Lernszenarien an der Hochschule und über Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von digitalen Medien: „Für die Lernenden taugt das Smartphone ebenso als Bildungsbeschleuniger wie als Aufmerksamkeitsabsauger. Für die Lehrenden rangiert der Einsatz von E-Learning zwischen Sisyphusarbeit auf der einen Seite und der Befreiung von traditionellen Beschränkungen auf der anderen Seite. Technik zeigt selten Wirkungen, die von vornherein festgelegt sind: Zu groß ist der Einfluss von Personen und Situationen. Und so verlangt der Weg vom ersten Neuigkeitseffekt des Ausprobierens bis zum Regelbetrieb digitaler Medien in der Lehre viel Umsicht. Sonst baut man nur einen Kopierer 2.0 oder ein Sprachlabor 4.0.“

Dass man als Lehrender diesen Herausforderungen zukunftsweisend begegnen kann, zeigte die Lehrpreisverleihung im Anschluss. Vor Bekanntgabe der Gewinner durch den Prorektor für Studienqualität und Personalmanagement, Prof. Dr. Christoph Börner, wurden zunächst alle Nominierten in Kurzvideos vorgestellt. Insgesamt 25 Personen, darunter auch drei Teams, hatten Studierende im Vorfeld vorgeschlagen und nach fachlicher Kompetenz, Lehr-Methodik und persönlichem Engagement beurteilt. In einer Jurysitzung fällte die Kommission für Lehre und Studienqualität dann die Entscheidung und wählte die Preisträger und Preisträgerinnen aus.

Der Lehrpreis 2018 in vier Kategorien, dotiert mit je 10.000 Euro, ging an:

hein@ward 2018:
Nicolas Schmelling
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Synthetische Mikrobiologie, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät).
Nicolas Schmelling, in der Vergangenheit bereits mehrfach für den Lehrpreis der HHU nominiert und auch in diesem Jahr für unterschiedliche Veranstaltungen vorgeschlagen, wird für sein eLearning-Projekt „V-Modul 504: Big Data Biology“ prämiert.
Heutzutage ist es immer wichtiger, große Datensätze zu analysieren und Grundkenntnisse im Programmieren zu haben. Beides lernen die Studierenden anwendungsbezogen in diesem Modul: sowohl die korrekte statistische und visualisierte Auswertung von Datensätzen wie auch das Programmieren mit Jupyter. Zusätzlich gibt die Lehrveranstaltung einen Überblick, über die für Biologen wichtigen Hochdurchsatz-Methoden. Besonders gewürdigt haben die Studierenden die durchgehende Begleitung des Unterrichts durch aktuelle Wissenschafts- und Blogbeiträge. Auch die von Schmelling zur Verfügung gestellten Links zu aktuellen Videos im Unterrichtsmaterial kamen gut an. Beurteilt wurden seine eLearning-Materialen als ausreichend, gut gegliedert und abwechslungsreich und damit hilfreich, um selbstständig zu lernen und sich auf die Klausur vorzubereiten.

Kategorie ‚Innovative Veranstaltungskonzepte‘:
Hier teilen sich Prof. Dr. Holger Stark, Dr. Aleksandra Zivkovic sowie Dr. Barbara Gioffreda (Pharmazie, Naturwissenschaftliche Fakultät) den Preis für ihre gemeinsam durchgeführte Erstsemester-Exkursion ‚Pharmanauten‘. Das abwechslungsreiche Programm verknüpft in vorbildlicher Weise den methodischen Einstieg in das Fach Pharmazie mit sozialen Aspekten wie dem intensiven Kennenlernen der Mitstudierenden im Erstsemester. Die Studierenden würdigten insbesondere den Zeit- und Kraftaufwand der Dozierenden für das Format, an dem sie auch selbst aktiv teilnehmen. 

Kategorie ‚Große Veranstaltungen mit vermittelndem Charakter‘:
Dr. med. Dr. rer. nat. Sören Twarock (Fachbereich Pharmakologie / Medizin, Medizinische Fakultät) erhielt den Lehrpreis für seine Blockveranstaltung: „Infektion und Abwehr (TB 10) – Pharmakologie der Antiinfektiva und des Immunsystems“. Sören Twarock war in der Vergangenheit bereits mehrfach für den Lehrpreis von den Studierenden nominiert: Hervorgehoben wird besonders sein mitreißendes Wesen. In der Begründung hieß es, er brenne für sein vermeintlich trockenes Fach – das sehe, höre und spüre man sofort. Sein Enthusiasmus ist ansteckend und motiviert Studierende, dass sie fast „spielend lernen“.

Kategorie ‚Kleine Veranstaltung mit partizipativem Charakter‘:
Dr. Lénaick Bidan
(Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Romanistik / Linguistik, Philosophische Fakultät) wurde als herausragende Pädagogin und Didaktikerin für ihren Kurs „Textproduktion in Themen und Berufsfeldern“ (Französisch) ausgezeichnet: „Ihre Begeisterung für die romanische Sprache und Kultur überträgt sich auf die Studierenden. Zudem ist Mme Bidan jederzeit über Mail oder in ihrem Büro für die Belange der Studierenden erreichbar. Man hat wirklich das Gefühl, sie lebt hauptsächlich für die Uni und für ihre Studenten!“

Nach der Verleihung des diesjährigen Lehrpreises bestand die Möglichkeit, die Sondervorlesung von Dr. med. Eckart von Hirschhausen ‚Warum Worte Medizin sind‘ für Studierende und Lehrende der Medizinischen Fakultät im Hörsaal 3A zu besuchen. Seine Spezialität: medizinische Inhalte auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln und gesundes Lachen mit nachhaltigen Botschaften zu verbinden – ganz im Sinne guter Lehre.

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