21.02.18 13:23

Studie zu „Motivierender Gesprächsführung“ bei Angst und Depression

Psychologische Unterstützung für chronisch erkrankte Jugendliche erleichtern

Von: Susanne Dopheide

Chronische Erkrankungen gehen oft mit erheblichen Einschränkungen des Alltagslebens einher. Was schon für Erwachsene schwer zu aktzeptieren ist, stellt Heranwachsende oft vor besonders große Anpassungsprobleme. Jede Erkrankung ist auch mit Ungewissheit und Ängsten verbunden. Die Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf führt zur Zeit eine klinische Studie, mit dem Ziel durch, betroffenen Jugendlichen den Zugang zu psychologischer Unterstützung zu erleichtern.

Langfristig ließe sich so eine bessere Qualität der Behandlung erreichen, nehmen die Mediziner an. Prof. Dr. Thomas Meissner, verantwortlich für die Studie, die mit vollem Titel „Motivierende Gesprächsführung für verbesserten Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung von Heranwachsenden mit chronischen Erkrankungen“ heißt, erklärt: „Wir möchten ein jährliches Screening auf Angst und Depression in den Spezialambulanzen einführen. Da betroffene Jugendliche sich oft schwer tun, bei psychischen Problemen therapeutische Angebote in Anspruch zu nehmen, werden wir in der Studie Ärzte schulen, wie sie Jugendliche mit Hinweisen auf Angst oder Depression besser beraten können.“

Asthma, Diabetes, Epilepsie, Mukoviszidose, Multiple Sklerose, Wachstumsstörungen, angeborene Stoffwechsel-  oder Herzerkrankungen, sind nur einige der Krankheiten, die für junge Menschen mit möglicherweise lebenslangen Konsequenzen verbunden sind. Eine routinemäßige Prüfung der psychischen Belastung, die mit der Erkrankung einhergeht, gibt es in der Versorgung von chronisch kranken Jugendlichen zumeist nicht. Angst und Depression können ihre Lebensqualität aber erheblich mindern, und zu Nichteinhaltung der notwendigen Therapie, risikantem Verhalten und letztlich unzureichender Behandlung mit schweren Folgen verleiten. „Wir sehen das Problem nicht nur im Erkennen von Angst und Depression, sondern auch darin, den Jugendlichen überzeugend zu vermitteln, dass sie sich therapeutische Hilfe suchen sollten“, sagt Meissner.

Die Studie ist eingebettet in einen bundesweiten Forschungsverbund rund um das Thema  Angst und Depression bei chronisch kranken Jugendlichen mit dem Ziel für diese Gruppe eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung zu erreichen. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der „Förderinitiative Gesund – ein Leben lang“ über vier Jahre gefördert. Die Studie der Düsseldorfer Kinderklinik wird in den Spezialambulanzen durchgeführt und betrifft Jugendliche ab 12 Jahren mit chronischen Erkrankungen. In den nächsten beiden Jahren sollen 1.000 Jugendliche in die Studie eingeschlossen werden. Die Teilnahme ist freiwillig.

Kontakt: Prof. Dr. Thomas Meissner, stellv. Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie, und Kinderkardiologie, Tel.: 0211 / 81-17384

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