19.03.18 11:00

Erster Kongress der Europäischen Lupus Gesellschaft

Herausforderung Lupus

Von: Susanne Dopheide, Redaktion

Lupus ist eine Herausforderung für Patienten, Ärzte und Forscher. Vom 21. bis zum 24. März treffen sich europäische Lupus-Experten zur ersten Konferenz der neu gegründeten Europäischen Lupus Gesellschaft in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Lupus gehört zu den entzündlich rheumatischen Systemerkrankungen und ist eine Autoimmunerkrankung. Seine Ursache ist unbekannt. Lupus ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Die Diagnose gleicht einem Puzzlespiel. Vom 21. bis zum 24. März treffen sich europäische Lupus-Experten zur ersten Konferenz der neu gegründeten Europäischen Lupus Gesellschaft in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Prof. Dr. Matthias Schneider, Präsident der Europäischen Lupus-Gesellschaft und Direktor der Rheumatologie am Universitätsklinikum Düsseldorf ist verantwortlich für das Meeting. Er möchte mit der Konferenz die vielen Facetten der klinischen und der Grundlagenforschung zusammenbringen. Vielversprechende Daten werden auch aktuelle Studien liefern. „Lupus hat viele Gesichter“, sagt Schneider. „Es ist eine Erkrankung, bei der wir ganz besonders durch die Vernetzung profitieren, um ihre Mechanismen zu entschlüsseln und Therapien weiterentwickeln können.“

Lupus erythematodes, so der Fachbegriff, kommt in Europa bei 25 bis 40 Fällen auf 100.000 Einwohner vor. Es gibt unterschiedliche Formen der Erkrankung, die nur die Haut oder den systemischen Lupus, der alle Organe, auch das Gehirn, befallen und schwer schädigen kann. Am häufigsten ist diese systemische Form. 90 Prozent der Erkrankten sind Frauen, meist im gebärfähigen Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Heute kann man dank guter therapeutischer Möglichkeiten die schweren Ausprägungen des Lupus zumeist verhindern. Eine zeitige Diagnose ist daher von Vorteil. Genau hier liegt aber auch eine Schwierigkeit. Lupus beginnt mit sehr allgemeinen Symptomen wie Depression ohne erkennbaren Grund, Angststörung und Psychosen, schließlich kann es zur Halbseitenlähmung und Taubheitsgefühlen kommen. Patienten sind gut aufgehoben in spezialisierten Einrichtungen, auch um die richtige Diagnose und nachfolgende Therapie zu beschleunigen.

Neue Klassifikationskriterien ermöglichen heute eine einfachere und gleichzeitige gezieltere Diagnostik des Lupus. Die Bedeutung von Autoantikörpern wurde in der Entwicklung der Kriterien erhärtet, letztendlich entscheidet aber weiter die klinische Situation. Eine tiefergehende, Genom-weite Analyse erlaubt nach vorläufigen Untersuchungen ein besseres Erkennen von Risikopatienten. Die Ergebnisse finden sicher in naher Zukunft ihren Eingang in die Routine.

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Kontakt: undefinedProf. Dr. Matthias Schneider, Direkter der Poliklinik und des Funktionsbereichs für Rheumatologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-17817

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