23.09.18 16:00

EU Förderung für Verbundprojekt

„VacPath - Novel vaccine vectors to resist pathogen challenge“

Von: Susanne Dopheide

Ziel des europäischen Verbundprojektes ist die Entwicklung eines Impfstoffes bzw. einer Impfstrategie gegen Chlamydia trachomatis. Neue, sichere, vektor-basierte Impfstoffe wären langfristig einer Antibiotika-Therapie überlegen.

Prof. Dr. Ingo Drexler, Foto: privat

Wesentlicher Bestandteil des Projektverbunds, der an der Universität Utrecht koordiniert wird, ist die Etablierung eines Trainingsnetzwerks, in dem alle Arbeitsschritte im gesamten Verlauf der Entwicklung und Testung des Impfstoffes von den Doktoranden selbst durchgeführt werden.

Infektionen mit Chlamydia trachomatis gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen bakteriellen Erkrankungen beim Menschen weltweit, seit dem Ende der 90er Jahre mit ansteigender Tendenz. Sie verlaufen bei Männern in etwa 50 % und bei Frauen in etwa 80 % der Fälle asymptomatisch und bleiben daher oft unerkannt und unbehandelt. Ohne Therapie können Chlamydien jedoch bei 10 bis 40 % der Frauen eine aufsteigende Infektion verursachen, die zu ernsten Spätfolgen bis hin zur weiblichen Unfruchtbarkeit oder einer Eileiterschwangerschaft führen kann. Zudem stellen Chlamydien-Infektionen ein erhöhtes Risiko für eine HIV-Infektion dar.

Die größten betroffenen Altersgruppen sind junge Frauen (16 - 19 Jahre) und Männer (20 - 24 Jahre), Infektionen sind aber auch in späteren Jahren nicht selten. Akute Infektionen sind einer Antibiose zugänglich, von der aber angenommen wird, dass sie Re-Infektionen begünstigt und deren Wirkung durch zunehmende Resistenzentwicklung bedroht ist. Eine präventive Impfung mit einer neuen Generation sicherer, vektor-basierter Impfstoffe gegen Chlamydia trachomatis wäre also sehr wünschenswert.

Bislang hemmt die unzureichende Kenntnis, wie effektiv gegen dieses intrazelluläre Pathogen geimpft werden kann, die Entwicklung solcher Impfstoffe. Das Projekt VacPath bringt jetzt fünf akademische und zwei private Partnerorganisationen zusammen, um Doktoranden in den verschiedenen Aspekten der Impfstoffentwicklung zu schulen. Ziel ist die Entwicklung und Konstruktion neuer, innovativer Impfvektoren, seien es Viren-, Bakterien- oder Plasmid-basierte Vektoren, die sowohl eine zelluläre als auch eine humorale Immunantwort hervorrufen. Darüber hinaus findet eine Erfolgskontrolle in präklinischen Modellen statt und die zugrunde liegenden zellulären und molekularen Mechanismen der schützenden Immunantwort werden systematisch analysiert, um ggf. weitere Optionen für die Entwicklung optimierter Vektoren zu erhalten.

VacPath wird koordiniert von Dr. Alice Sijts, Universiteit Utrecht, die weiteren Projektpartner sind die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Virologie, Prof. Dr. Ingo Drexler, die Universität Basel, die Universita' degli Studi di Siena, das Statens Serum Institut, Kopenhagen, Abera Bioscience, Stockholm, Microbiotec SRL, Monteriggioni und Sclavo Vaccines Association, Siena. Die Gesamtfördersumme für die Dauer von vier Jahren beträgt rd. 2.7 Mio Euro, auf das Institut für Virologie der HHU entfallen 505.576,80 Euro.

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