26.04.19 09:40

Krebszentren der Spitzenmedizin und –forschung bündeln ihr Know-how für die Versorgung von Krebspatienten

Uniklinik Düsseldorf wird Teil von Deutschlands größter Allianz gegen den Krebs

Von: Tobias Pott, UKD

Im Kampf gegen den Krebs schließen sich in NRW die Universitätskliniken Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf zu einem sogenannten Onkologischen Spitzenzentrum (Comprehensive Cancer Center - CCC) zusammen. Die Deutsche Krebshilfe gab jetzt bekannt, dass mit diesem Verbund erstmals ein Kooperationsmodell in dieser Größe und aus einer bevölkerungsstarken Region an die Deutsche Krebshilfe herangetragen und von der Gutachterkommission zertifiziert wurde.

Die vier Direktoren des CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf, v.l.n.r.: Prof. Dr. Tim H. Brümmendorf (Aachen), Prof. Dr. Peter Albers (Düsseldorf), Prof. Dr. Michael Hallek (Köln) und Prof. Dr. Peter Brossart (Bonn), Foto: CIO ABCD

Damit wird das Tumorzentrum des Universitätsklinikums Düsseldorf (UTZ) Teil eines Zusammenschlusses von mehr als 200 Fachkliniken und Instituten an den vier Uni-Standorten, die künftig als „Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf (ABCD)“ zusammenarbeiten werden.

Ziel des von der Krebshilfe geförderten Bündnisses ist die weitere Förderung der flächendeckenden Patientenversorgung auf höchstem medizinischen Niveau und nach aktuellem onkologischen Wissensstand. Als Vorbild dienten die „Comprehensive Cancer Center (CCC)“ in den USA, die sich um die Vernetzung und innovative onkologische Forschung in der Krebsmedizin kümmern.

„Krebs ist eine der größten Herausforderungen für die moderne Medizin. Im CIO ABCD werden wir jetzt unser Know-how bündeln und zum Beispiel standortübergreifende, gemeinsame Behandlungskonzepte anbieten, ein gemeinsames Klinisches Studienregister betreiben und unsere Forschungsaktivitäten aufeinander abstimmen“, erläutert Prof. Dr. Peter Albers, Direktor des CIO Düsseldorf und der Klinik für Urologie am UKD.

Die Vorteile werden die Krebspatienten der gesamten Region spüren. Einerseits, weil die engere Verzahnung der Forschung das tiefere Verständnis von Krebserkrankungen und Therapiemöglichkeiten verbessern wird. Andererseits aber auch ganz konkret, wenn Patienten zukünftig an klinischen Studien von neuen Behandlungsmethoden teilnehmen können – unabhängig davon, an welchem Standort diese Studie im CIO ABCD durchgeführt wird.

Im Universitätstumorzentrum Düsseldorf behandelt man bereits jetzt auf dem höchsten medizinischen Niveau und nach neuesten Forschungserkenntnissen. Doch jede Uniklinik hat Schwerpunkte, bei denen die Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten besonders intensiv ist. Mit der neuen Allianz im CIO ABCD helfen nun diese Spezialisierungen der einzelnen Standorte allen Patienten im Verbund. So konnten zum Beispiel bereits mehrere Düsseldorfer Patienten, die an Lungenkrebs leiden, durch die Zusammenarbeit mit den Partnern in Studien vermittelt werden, die eigentlich an einem anderen Standort liefen – und umgekehrt.

Auch ganz konkret wird sich in Kürze vieles für die Patienten verbessern. Das Universitätsklinikum Düsseldorf baut seine zentrale Anlaufstelle für Tumorpatienten aus. D. h. jeder Tumorpatient kann kostenfrei an z. B. Zweitmeinungssprechstunden teilnehmen. Zukünftig werden Patientenlotsen die Tumorpatienten durch die geplante Diagnostik führen. Nach der Behandlung wird eine Krebsberatungsstelle alle Schritte zur Bewältigung sozialer und gesundheitlicher Folgen einer Krebsbehandlung begleiten.

Auch über den eigentlichen Zusammenschluss im CIO ABCD hinaus, sollen so die Krebspatienten in der Region von diesem profitieren. Er wird mit 6 Mio. Euro für 4 Jahre von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

 

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