09.10.19 16:14

Aktuell in "Scientific Reports"

Publikation zur Resistenz gegen Cisplatin-basierte Therapie des Harnblasenkrebses

Von: Redaktion

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus dem Forschungslabor der Klinik für Urologie, dem Institut für Humangenetik und dem GTL-Zentrallabor des Biologisch-Medizinischen Forschungszentrums ist der Resistenzentwicklung gegen die platin-basierte Therapie bei Harnblasenkrebs nachgegangen.

Bei der Chemotherapie vieler Krebsarten, darunter dem Harnblasenkarzinom, wird das zytotoxische Medikament Cisplatin eingesetzt. Diese Platinverbindung schädigt die DNA der Krebszellen und kann dadurch deren Zelltod auslösen. Leider entwickeln Tumorzellen jedoch oftmals eine Resistenz gegen diese Behandlung und können so wiederauftretende, sog. Rezidivtumoren bilden. Da solche resistente Tumorzellen oftmals zusätzliche genetische Veränderungen aufweisen, könnten diese womöglich durch Cisplatin selbst verursacht werden. 

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus dem Forschungslabor der Klinik für Urologie, dem Institut für Humangenetik und dem GTL-Zentrallabor des Biologisch-Medizinischen Forschungszentrums unter Leitung von Prof. Wolfgang Schulz ist dieser Fragestellung nachgegangen.

Tatsächlich wiesen gegen Cisplatin resistente Tumorzelllinien zahlreiche Mutationen mit charakteristischen Signaturen bestimmten Basenabfolgen sowie Chromosomenveränderungen auf. Einige dieser genetischen Veränderungen könnten direkt zur Resistenz beitragen, beispielsweise Mutationen in einem Transportprotein, das Schwermetalle wie Platin aus der Zelle transportiert. Die Ergebnisse sind aktuell in der Zeitschrift Scientific Reports erschienen.

Originalpublikation: Skowron MA, Petzsch P, Hardt K, Wagner N, Beier M, Stepanow S, Drechsler M, Rieder H, Köhrer K, Niegisch G, Hoffmann MJ, Schulz WA (2019) Distinctive mutational spectrum and karyotype disruption in long-term cisplatin-treated urothelial carcinoma cell lines. Sci. Rep. (2019) 9:144769.10.2019

Kontakt: Prof. Wolfgang A. Schulz, Dipl.-Biochemiker, Forschungslabor der Klinik für Urologie,

 undefinedwolfgang.schulz(at)hhu.de, Tel. 0211 81 15845

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenDekanat der Medizinischen Fakultät der HHU