15.10.2019 07:00

Klinische Studie evaluiert Fallbesprechung via Telemedizin

Heart Team 4.0: Patient in Mönchengladbach – Herzchirurg in Düsseldorf

Von: Digital Health Lab, Susanne Dopheide

Das Projekt Heart Team 4.0 ist ein Projekt des Digital Health Lab Düsseldorf mit der Klinik für Kardiologie am Elisabeth-Krankenhaus in Mönchengladbach. Es hat das Ziel, die Kommunikation zwischen kardiologischen Zuweiserkliniken und dem Herzchirurgischem Zentrum am UKD zu verbessern.

Kick-Off Meeting des Digital Health Labs der Klinik für Herzchirurgie des UKD, Foto: UKD

Dabei hat Heart Team 4.0 vor allem die Bedürfnisse der Patienten im Fokus und soll dazu beitragen, einerseits im Rahmen von Fallbesprechungen die für den Patienten bestmögliche Therapie zu finden und andererseits die Ängste der Patienten vor dem anstehenden Eingriff abzubauen und Vertrautheit und Vertrauen in die behandelnden Ärzte herzustellen, auch wenn diese nicht real am Krankenbett stehen. Das Projekt Heart Team 4.0 begegnet der Konzentration von Herzchirurgen in relativ wenigen Zentren und der logistischen Unmöglichkeit, in der Fläche überall vor Ort zu sein mit einem telemedizinischen Ansatz, der in einer klinischen Studie evaluiert werden soll.

Heart Team 4.0 setzt dafür auf flexible, sog. immersive Kommunikation, die direkt am Krankenbett stattfinden soll. Immersion bedeutet in diesem Kontext, dass beide Seiten - also die Kardiologen des Elisabeth-Krankenhauses in Mönchengladbach und die Chirurgen des UKD - das Gefühl haben, jeweils beim andern vor Ort zu sein. Die Projektpartner setzen dies mittels Microsoft Surface Hubs - großformatigen mobilen Touchscreen Monitoren mit hochauflösendem Kamerasystem - um. Diese sind mobil und können so direkt ans Krankenbett gefahren werden. Über Videokommunikation wird dann der Herzchirurg am UKD zugeschaltet. Die fast lebensgroße, hochauflösende Videopräsenz des Chirurgen schafft eine fast "reale" Gesprächssituation, die für das Vertrauen des Patienten immens wichtig ist.

Neben der reinen Videokommunikation soll es auch ermöglicht werden, gemeinsam über die Distanz mit den Daten des Patienten zu arbeiten, sie also zu teilen und gemeinsam anzusehen und zu annotieren. So kann sichergestellt werden, dass eine gemeinsame, evidenzbasierte Therapieentscheidung getroffen werden kann.

Aufgrund der hochspezialisierten modernen Medizin, der Möglichkeiten individueller Therapieentscheidungen und des steigenden Vorliegens mehrerer gleichzeitiger Erkrankungen eines Patienten in der alternden Bevölkerung werden Therapieentscheidungen in der Herzmedizin zunehmend komplex. Deshalb wurde das Konzept des "Heart Teams" als disziplinübergreifendes Forum der an einer herzmedizinischen Behandlung beteiligten Fächer in alle heute gültigen Leitlinien aufgenommen und mit höchster Priorität empfohlen.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenDekanat der Medizinischen Fakultät der HHU