02.04.19 11:16

Studie zum besserem Verständnis und Früherkennung

DFG-Projekt: „Vorhersage einer postpartalen Depression"

Von: Dr. Jürgen Dukart, FZ Jülich

Die postpartale oder Wochenbett-Depression betrifft ca. 13 Prozent der Mütter. Sie und ihre Familien leiden dadurch unter enormer persönlicher, sozialer und ökonomischer Belastung. Neurobiologische Ursachen und Risikofaktoren für diese Art der Depression sind bislang kaum verstanden. Sie wollen Prof. Dr. Simon Eickhoff und das Team um Dr. Jürgen Dukart, Institut für Systemische Neurowissenschaften, in einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersuchen.

Aktuell erfolgt die Diagnose der postpartalen Depression erst wenige Monate nach der Geburt. Außerdem sind die neurobiologischen Ursachen und Risikofaktoren der Erkrankung bislang kaum verstanden. Besseres Verständnis und bessere Früherkennung wären aber wichtig, um eine zeitnahe und bessere Behandlung der betroffenen Frauen zu ermöglichen.

In einer durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie rekrutiert das Team um Prof. Dr. Simon Eickhoff (Institut für Systemische Neurowissenschaften, HHU, und Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-7: Brain and Behaviour des FZ Jülich), und Dr. Jürgen Dukart am Universitätsklinikum Aachen Frauen bereits wenige Stunden oder Tage nach der Geburt. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen werden diese Studienteilnehmerinnen untersucht. Der Gesamtverlauf wird zum einen am Anfang mit Hilfe der Magnetresonanztomographie erhoben, um eine Einsicht ins Gehirn kurz nach der Geburt zu ermöglichen, und zum anderen über die zwölf Wochen mit klinischen Instrumenten und Fragebögen, die für die Vorhersage der postpartalen Depression evtl. von Bedeutung sind, untersucht.

Am Ende dieses Zeitraums überprüfen die Wissenschaftler, welche der Frauen tatsächlich die Diagnose einer postpartalen Depression bekommen haben und vergleichen diese mit Frauen, die über den Zeitraum gesund geblieben sind.

Das Ziel ist dabei mit Hilfe der Gehirnbildgebung und der jeweiligen klinischen Skalen zu untersuchen, ob es bereits wenige Tage oder Wochen nach der Geburt des Kindes im Gehirn oder Verhalten der betroffenen Frauen Hinweise auf die Entwicklung einer späteren postpartalen Depression gibt.

Die Identifikation dieser sogenannten Biomarker würde einerseits Hinweise darauf geben, welche Gehirnprozesse zu der Entwicklung einer postpartalen Depression beitragen und andererseits in Zukunft eine bessere Früherkennung und damit auch schnellere und effektivere Behandlung zu ermöglichen, um idealerweise die Entwicklung der Depression zu verhindern.


Dr. Jürgen Dukart
Group Leader Biomarker Development

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenDekanat der Medizinischen Fakultät der HHU